Hallo liebe Liebenden
Heute möchte ich über ein Thema schreiben, dass offensichtlich Männlein wie Weiblein beschäftigt, doch niemand wirklich ernsthaft diskutiert. Es geht um die ständige Verfügbarkeit des Partners, oder viel mehr, des männlichen Partners. Denn wird es uns Frauen (G.s.D.) nicht weiter übel genommen, sich mit Wewehchen dem Liebesakt zu entziehen, keimen bei uns Frauen doch sofort Ängste und Mißtrauen dem Partner gegenüber auf, wenn ER sich diesem Privileg von uns Frauen auch bedienen möchte. Welche Frau denkt bei einem “Schatz, ich bin heute zu k.o. für Sex” nicht sofort an eine heimliche Geliebte des Partners, die ihm kurz zuvor (im Büro?) die Lust aus den Eiern gesaugt (Anm: Pardon) hat? Eben. Da aber auch Männer manchmal einfach keine Lust haben, und das überhaupt nichts mit der Angebeteten zu tun haben muß, möchte ich an einem kleinen Beispiel, dass ich im Sexmagazin las, erläutern:

Was denkt und macht Paul, wenn er keine Lust auf Sex hat, und was Tanja?
Tanja:
„Ich komm‘ gleich wieder!“, unterbreche ich seine Liebkosung an meinem Hals und verschwinde kurz ins Bad. Mensch, wieso merkt er denn nicht von selbst, dass ich heute nicht in Stimmung bin? OK, es ist Samstag, wir haben noch den ganzen Abend vor uns, und dass wir schon halbnackt im Bett liegen ist – zugegeben – auch nicht gerade Vorzeichen für ein sexfreies Miteinander. Aber ich bin einfach zu groggy. Das habe ich schon gemerkt, als seine Hand in meine Hose wanderte. Doch der Hunger kommt heute leider nicht mal beim Essen. Gut. Es kam bisher selten vor, dass ich das Stop-Schild beim Sex hochgehalten habe. Er hatte auch immer Verständnis für meine Wehwehchen – von Kopfweh bis Rückenschmerzen. „Du, ich will ja, aber ich bin heute einfach zu k.o.“, flüstere ich in sein Ohr, als ich mich zurück ins Bett und in seine Arme gekuschelt habe.
Warum klingt die Wahrheit bloß oft so banal und unglaubwürdig? „Kein Problem“, besänftigt er mich, „ich eigentlich auch“.
Paul:
Wann hast Du Lust auf Sex? Man kann mich wie jeden anderen Mann fragen: „Immer“. Wissenschaftlich: Weil es unsere biologische Bestimmung ist. Persönlich: Weil ein enges T-Shirt reicht, um uns scharf zu machen. Frauen wissen das. Deswegen machen wir uns sofort verdächtig, wenn wir sagen: „Jetzt nicht, Schatz.“ Die Erklärungsnot ist groß. Denn „Mir ist nicht danach“ heißt für sie: er findet mich nicht attraktiv. „Einfach im Bett wegdrehen“ heißt: er ist sauer auf mich. „Ich habe Kopfschmerzen“: ihn bedrückt etwas. Und selbst ein unwürdiges Geständnis wie „Ich kann heute nicht“ wird eher als Beweis für fremdgängerische Aktivitäten ausgelegt. Egal, was wir sagen: Klar ist, dass es nicht die Wahrheit ist. Keine Lust zu haben, ist das Privileg der Frau. Als Mann kann man nur verlieren, und so ergreift man am besten die Flucht: in den Schlaf. Möglichst früh am Abend (!), schon auf der Couch – und auch wenn man nicht müde ist. Nur um Missverständnisse zu vermeiden.
Ihr seht also, auch Männer sind Menschen, mit den gleichen Bedürfnissen, Sorgen und Nöten wie wir Frauen und so wäre es schön, wenn Mann und Frau in Zukunft offen über dieses Thema reden könnten, um den Druck und die Last von den Schultern der Männer etwas zu nehmen. Ich weiß liebe Frauen, ihr werdet jetzt denken: “Ja ich würde gern, aber mein Mann redet ja nie über sowas”. Einfach die Initiative ergreifen und einfühlsam bleiben, dann klappts schon. Ich werds sicherlich probieren und Euch von meinen Erfahrungen berichten. Bis dahin würde ich mich freuen, von Euch meinen lieben LesernInnen zu erfahren, wie es Euch in solchen Situationen erging und wie ihr Euch gefühlt habt dabei.
Mit einem hoffnungsvollen Blick in die Wolken verabschiedet sich von Euch, lieben Liebenden,
die liebe Susanne