Hallo liebe Liebenden
Bei einem gemütlichen Beisammensitzen in einem Swingerclub am vorigen Samstag, kam nach “getaner Arbeit” die Frage auf, was eigentlich die Pornostars aus den 1980er-Filmchen, die auf den TV-Geräten an der Decke runterstöhnten, heute so machen.
Eine Recherche in den Weiten des Internets ergab erstaunliches:
• Die erste Pornodarstellerin, die den Schritt in ein öffentliches Berufsleben wagte, war die in Budapest geborene Elena (»Ilona«) Anna Staller (58) (Wikilink) (Biografie), bekannt als Cicciolina (= Schnuckelchen). Mit Filmen wie “Backdoor Summer”, “Passionate Lovers” oder “World Cup” wurde Cicciolina in den 70er und 80er-Jahren zur Nummer Eins des europäischen Erotikfilms. Mit einem medialen Spektakel sondergleichen berichteten die italienische Presse, Funk und Fernsehen über Ihre Kandidatur 1987 auf der Liste der Öko-Partei für das italienische Parlament. Das entblößen ihrer Brust bei ihren politischen Reden sorgte für Wirbel und tatsächlich wurde sie zur Abgeordneten gewählt. Schon 1991 gründete Sie mit der Pornodarstellerin Moana Pozzi die italienische Partito dell´ Amore (Partei der Liebe) und forderte (wenig überraschend) die absolute sexuelle Freiheit aller Italierinnen und Italiener. Leider geriet diese Partei schnell zum Megaflop. Trotzdem war es nie ruhig um Cicciolina. So bot sie 1990 dem damaligen irakischen Diktator Saddam Hussein Sex gegen den Austausch von Geiseln an, erneuerte 2002 ihr Offert und verlangte zusätzlich Saddams Rücktritt. 2006 bot sie sich Osama bin Laden an, wenn er sich stellen würde. Keiner der Beiden ging auf ihr Angebot ein.

• Der bekannte US-Pornodarsteller Ron Jeremy (56 und ausgestattet mit einem langen Schweif, Offizielle Homepage) (Wikilink) hält zwar mit 1750 Filmen den Guinness-Rekord für die größte Anzahl an Auftritten in Sexfilmen. Aber auch die Auszeichnung als größter Pornostar aller Zeiten vom amerikanischen Porno-Fachmagazin AVN hindert ihn nicht daran, weiterhin in großen Hollywood-Produktionen wie zuletzt “Crank: High Voltae” mitzuspielen. Seine größten Erfolge hatte er mit “Hände hoch und Hosen runter” oder “Ron gibt alles”. Wegen seiner starken Körperbehaarung und seiner Figur wird er oft “The Hedgehog – Der Igel” genannt. Im Film “Inside Seka” demonstrierte er seine Flexibilität: er befriedigte sich oral – selber! 2009 eröffnete Ron einen Swingerclub und spielt in zahlreichen Werbespots und Video-Spielen und Musikclips mit.

• Gina Wild (39) (Wikilink) versuchte sich nach Ihrer Pornokarriere jahrelang als seriöse Schauspielerin und trat fortan nur mehr unter Ihrem bürgerlichen Namen, Michaela Schaffrath, auf. Sie drehte ab 1997 fast 20 Pornos und wurde schnell zum Liebling der Deutschen Pornokonsumenten. Ihre bekanntesten Filme sind “Jetzt wird´s schmutzig”, “Durchgefickt”, “Ich will kommen” und “Ich will Euch alle”. Gina war vor allem durch ihre Analszenen begehrt, bei Darstellern wie Fans. Sie erhielt 1999 als beste Newcomerin und 2000 als beste Darstellerin den Venus Award. Doch schon 2000 verkündete sie ihren Rückzug und wollte als seriöse Darstellerin Karriere machen. Dazu gehörte ein Auftritt in einem Musik-Video der Toten Hosen und ein Showboxen mit Rocksängerin Doro Pesch, bei dem es richtig zur Sache ging. Sie war bei “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” auf RTL dabei und schaffte sogar den zweiten Platz. Der große Erfolg blieb dennoch aus. Nun glänzt Sie als Radiomoderatorin und mit kurzen Auftritten bei Comedy Central. 2005 folgte die Trennung nach 15 Ehejahren von Ihrem Mann Axel Schaffrath und heiratete 2009 den PR-Berater und Pressesprecher Michael Wanhoff.

• Die US-Darstellerin Jenna Jameson (35) (Offizielle Homepage) (Wikilink) gewann im Laufe ihrer Karriere über 20 internationale Pornofilmpreise und wurde in beide Ruhmeshallen der Branche (AVN und XRCO) aufgenommen. Sie war mit Ihrem autobiografischen Bestseller “How to make Love Like a Porn Star” (Titel der deutschen Ausgabe: “Pornostar”) sogar sechs Wochen in der Bestsellerliste der renommierten “New York Times” gelistet und bewährt sich seit 2000 als erfolgreiche Geschäftsfrau mit ihrem Adult-Entertainment-Unternehmen “Club Jenna“. Sie gilt als berühmteste Pornodarstellerin und drehte zwischen 1993 und 2007 etliche Filme. Die bekanntesten sind “I Dream of Jenna”, “Flashpoint” und “Satyr”. Im Juli 2006 war Jenna die erste Pornodarstellerin, die in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett im Las Vegas Museum als Wachsfigur ausgestellt wurde. Mit dem Ende ihrer Pornokarriere begann sich Jameson für die Tierrechtsorganisation PETA zu engagieren. Mit ihrem Mann Kampfsportler Tito Oritz bekam sie 2009 Zwillinge.

• Dolly Buster (40) (Offizielle Homepage) (Wikilink) hingegen war schlichtweg DIE Pornoqueen in den späten 80er, Anfang 90er Jahren. Sie drehte über 50 Pornos, die bekanntesten sind “Dreamland”, “Hollywood Connection” oder “Hot Shots of Dolly Buster”. Die Heirat 1977 mit ihrem Produzenten Josef “Dino” Baumberger brachte auch das Ende ihrer aktiven Laufbahn mit sich, Dolly blieb fortan lediglich hinter der Kamera aktiv. Ihre gleichnamige Erotik-Shop-Kette lief aber nur mäßig erfolgreich und wurde bald schon wieder eingestellt. Im Privatfernsehen gab es nach dem Ende Ihrer Karriere sogar einmal eine kleine Dokusoap über Dolly. Einem breiteren Publikum wurde sie durch die eingestellte Sendung “Wa(h)re Liebe” auf VOX bekannt. Aber auch in Kinoproduktionen wie “Voll normaaaaal” mit Comedian Tom Gerhard und in der ARD-Produktion “Private-Life-Show” wirkte Dolly Buster mit. Ihr Durchbruch als Autorin lässt trotz der Erfolge der Krimis “Tiefenschärfe” und “Hard Cut” leider noch auf sich warten. Seit 2006 ist Dolly auch als Malerin aktiv und auf ausgewählten Vernissagen zu bewundern. Auch politisch ist Dolly aktiv. So kandidierte Sie 2004 in Tschechien erfolglos für das EU-Parlament und wurde 2009 (ohne ihr Wissen) bei den NRW-Kommunalwahlen für die Unabhängige Weseler Wählergemeinschaft nominiert.

• Traci Lords (Offizielle Homepage) (Wikilink) machte gute Figur als Schauspielerin, nachdem sie zunächst dadurch bekannt wurde, weil sie als Minderjährige in Hardcore-Pornos mitgewirkt hatte. Sie bewarb sich mit einer Geburtsbescheinigung der Schwester eines Freundes und posierte anfangs für Nacktfotos, wurde im September 1984 sogar Pet of the Month der US-Ausgabe Penthouse. Da in dieser Penthouse-Ausgabe auch die damals amtierende Miss America Vanessa Williams zu sehen war, erreichte das Heft eine riesige Auflage, die höchste in der Geschichte von Penthouse. Traci Lords war damals gerade mal 16 Jahre jung und spielte bis zu ihrem 18. Geburtstag in rd. 100 Hardcore-Pornos mit. Als 1986 ihre Minderjährigkeit aufflog, erschütterte der Skandal die gesamte USA. Alle bisherigen Produktionen wurden als Kinderpornografie verboten und der zuletzt legal produzierte “Traci, i love you (1987)” wurde zum Bestseller. Danach trat sie in zahlreichen Talksows auf und schob jegliche Schuld auf Ihre Berater und die Pornoindustrie. Sie nahm Schauspielunterricht und trat in Filmen wie “Cry-Baby” (1990) oder “Blade” (1998) auf. Derzeit ist Traci Lords verheiratet und Mutter eines Sohnes (2007).

• Als sich Mary Carey (29) (Offizielle Homepage) (Wikilink) im Jahre 2003 als Gegenkandidatin bei den Gouverneurswahlen in Kalifornien aufstellen lies, wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Trotzdem stehen ihre 11061 Stimmen bei der Wahl jenen von Arni mit über 4 Millionen in keinem Verhältnis. Dabei hatte sie ua. durchaus nachvollziehbare Werbeslogans wie “Verlängerung der Sperrstunde bis 4 Uhr morgens” oder “Steuerabzugsfähigkeit für Lap-Dances”. Möglicherweise die Wahl “gekostet” hatte ihr aber “Sondersteuern auf Brustimplantate”, weiß doch jeder dass die Amis auf Silikon stehen! Der Prozess gegen Maria Carey, die auf Grund der Namensähnlichkeit gegen das Pornosternchen klagt, läuft noch. Da der Pornostar auch gerne Präsidentin wäre, legte sie das Trinken ab und tritt nur noch gelegentlich als Stripperin auf. Ihre bekanntesten Streifen sind “Big Breasted Beauties”, Cheerleader School” oder “Mary Carey Rules”.

• Der gebürtige Pole Peter Bond (57) (Wikilink) wirkte in den 1970er Jahren in mehreren Pornofilmen mit. Später war der ausgebildete Sänger in zahlreichen Produktionen des öffentlich Rechtlichen sowie des Privat-TVs in Deutschland zu sehen. Anfang 2006 verlautbarte Bond, er beziehe Arbeitslosengeld II und wohnt in München zur Untermiete. Anfang 2009 nahm er an der Fernsehshow “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus” für RTL teil.

• Kelly Trump (39) (Offizielle Homepage) (Wikilink) nennt sich die im Ruhrpott geborene Nicole Hayka. Sie startete Mitte der 1990er ihre Pornokarriere und wurde bald, neben Gina Wild, zum Topstar der deutschen Porno-Branche. Sie begeisterte ihre große Fangemeinde ua. in Filmen wie “Mädcheninternat”, “Notgeil und wild”, “Die versaute Anwältin” oder “Ariella – die versaute Meerjungfrau”. 2001 beendete sie ihre Hardcore-Karriere und versuchte sich – no na – als Schauspielerin. Für Pro7 wirkte sie in Formaten wie “Das perfete Promi-Dinner” oder “Die Alm” mit. 2004 stellte sie sich der “Bachelor”-Gewinnerin Juliane Ziegler und seit 2005 moderiert Kelly Trump die Sendung “Love Check” auf dem Digitalsender LoveNight TV.

• Pamela Anderson (42) (Offizielle Homepage) (Wikilink) ist jetzt keine reine Pornodarstellerin, doch wurde ihr privates Sexvideo mit Ex-Mann Tommy Lee, dass kommerziell vertrieben wurde, zum Kassenschlager und erfolgreichsten Porno-Film aller Zeiten! Offiziell wurde das Sextape, dass die beiden bei deren Hochzeitsreise aufnahmen, bei Reparaturarbeiten einer externen Firma aus dem Haus der Beiden gestohlen und später von einer Film-Firma veröffentlicht und vermarktet. Anderson verlagte die Film-Firma Internet Entertainment Group und erhielt 1,5 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Wenn man so will, die höchste je ausbezahlte Gage bei einem Porno-Film.

• John Holmes (gest. 1988 mit 44 Jahren) (Wikilink) (Biografie) begann seine Karriere beim Pornofilm 1969 und wirkte in geschätzten 1800 Filmen mit. Die bekanntesten sind “Instatiable”, “Hot Nurse” und “Girls Girls Girls”. Die Gerüchte zur Anzahl seiner Beischlafpartnerinnen wankt zwischen 3000 und 14000, die er mit seinem 33cm langen Schweif (im schlaffen Zustand) beglückte. Seine Entdeckung ist der Amerikanische Traum schlecht hin: auf einer öffentlichen Toilette stand er direkt neben einem Porno-Produzenten, der ihn vom Fleck weg engagierte und für die Branche entdeckte. Als zweites Erkennungszeichen trug Holmes einen Schnauzer, typisches Klischee für einen 1970er Pornodarsteller, und noch heute wird ein Schnauzbart auch “Pornobalken” genannt. Durch seinen übermäßigen Drogenkonsum, für den er riesige Summen ausgab, verlor er seine Manneskraft und wurde gegen Ende der 1970er nicht mehr als Darsteller gebucht. Danach ging es relativ schnell bergab, er versuchte durch Einbrüche oder als Drongenkurier an schnelles Geld zu kommen. 1981 soll er angeblich Zeuge eines Vierfachmordes im Drogenmillieu gewesen sein, als am 1. juli 1981 in einem Haus in der Wonderland Avenue in Loas Angeles fünf Personen mit Stahlrohren angegriffen wurde – eine Frau überlebte schwerverletzt. Eine Beteiligung konnte ihm nie nachgewiesen werden, 1982 wurde er vom Mordvorwurf freigesprochen. Die Tat blieb bis heute ungeklärt. Er schaffte danach, was keiner für möglich hielt: er stieg wieder ins Pornogeschäft ein und drehte wieder fleissig Filme. Obwohl 1985 bei ihm die Immunkrankheit AIDS festgestellt wurde, verheimlichte er seine Krankheit und kopulierte ungeschützt bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1988 weiter und heiratete 1987 in Las vegas die Pornodarstellerin Laurie Rose alias Misty Dawn. 1998 drehte Wesley Emerson eine Dokumentation mit dem Titel “Wadd: The Life and Time of John C. Holmes”. Seine bewegte Lebensgeschichte regte aber auch zu zwei Verfilmungen an, 1998 spielte Mark Wahlberg im Film “Boogie Nights” Dirk Diggler, 2003 Val Kilmer im Film “Wonderland” (in Anlehnung an den Vierfachmord in der Wonderland Avenue) den gefallenen Pornostar Holmes.

• Sibel Kekilli (29) (Wikilink) zeigte der ganzen Welt, dass der Ausstieg aus der Pornobranche nicht zwangsläufig eine negative Weiterentwicklung der beruflichen Laufbahn mit sich bringen muß. Kekilli wurde als Hauptdarstellerin in Fatih Akins mehrfach prämierten Film “Gegen die Wand” international bekannt und hochgelobt, der Film gewann u.a. einen “Goldenen Bären” bei der Berlinale. Bis die Boulevardpresse entdeckte, dass Kekilli unter dem Pseudonym “Dilara” in etlichen Hardcore-Produktionen ihre schauspielerischen Fähigkeiten perfektionierte. Es kamen Filme wie “Teeny Exzesse 68: Kesse Bienen”, “Die Verfickte Praxis”, “Die Megageile Küken-Farm” oder “2002 wilde Sex-Nächte” zum Vorschein.

• Theresa Orlowski (56) (Offizielle Homepage) (Wikilink) kam 1978 in die BRD und lernte den Pornofilmregisseur Hans Moser alias Sascha Alexander kennen und lieben; sie heiratete ihn 1982. Zusammen mit ihrem Mann gründete Theresa Orlowski noch im selben Jahr in Hannover VTO (Video Theresa Orlowski) und produzierte fortan verschiedene Hardcore-Formate. Mit “Foxy Ladys” gelang ihr in den folgenden Jahren der Aufstieg in Deutschland zur “Pornoqueen”. Obwohl das Ehepaar 1988 noch eigene Studios zur weiteren Expansion und Vergrößerung ihres kleinen Imperiums in Auftrag gaben, mußten sie schon ein Jahr später Insolvenz anmelden. Ein Auftritt im Video “Bitte Bitte” der Band “Die Ärzte” folgte, das die Probleme der Band und der Pornoindustrie mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften thematisierte. Heute lebt Orlowski in Marbella und hofft, dass ein deutscher Haftbefehl dort nicht vollstreckt wird. Zitat Orlowski: “Ich weiß, was Männer sehen wollen … Der Mann sieht, daß ich große Brüste habe, warum darf ich nicht wissen, was er in der Hose hat. Frauen sagen: »Ach, ich stehe auf breite Schultern.« Was habe ich von breiten Schultern?”
Hoffe diese kleine Auflistung war hilf- und aufschlussreich und ich freue mich schon auf Eure Kommentare, Emails und Reaktionen,
die liebe Susanne